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Schmerzen in der Leiste / Leistenverletzungen
20 Fragen zu Leistenverletzungen

1) Was ist eine Leistenverletzung eigentlich?
Alle Beschwerden in der Leistengegend fallen grundsätzlich unter den Nenner Leistenverletzung. Zum Beispiel auch die Reizung- oder Schlimmeres- des Bandes zwischen beiden Schambeinen nach einer Schwangerschaft, eingeklemmte Nerven oder Entzündungen fallen hierunter. Diese bleiben hier außer Betracht. Im Hinblick auf die Vielzahl an Möglichkeiten wird die Diagnose immer von einem Arzt gestellt werden müssen.

2) Ist eine Leistenverletzung das Gleiche wie ein Leistenbruch?
Nein, absolut nicht. Ein Leistenbruch ist eine schwache Stelle in der Bauchdecke. Hierdurch kann, durch Druck von innen, zum Beispiel beim Heben schwerer Gegenstände, eine Ausbuchtung entstehen. Diese lässt sich nicht wegtrainieren und wird, wenn sie als sehr hinderlich empfunden wird, operativ behandelt werden durch Anlegen einer Versteifungsmatte unter der Haut.

3) Wovon sprechen Sportler dann immer?
Was bei Sportlern unter einer Leistenverletzung verstanden wird, ist eine Überbelastung, Zerrung oder ein Riss der Muskeln an der Innenseite des Oberschenkels (Adduktoren, besonders der m. adductor longus). Die Verletzung ist meistens am Übergang des Muskels in die Sehne oder am Verbindungspunkt zwischen Sehne und Schambein (Adduktorentendinitis; Adduktor: Muskel, der das Heranziehen eines Gliedes bewirkt; Tendinitis: Sehnenentzündung). Die Beschwerden im Muskel sind oft auf eine falsche Bewegung zurückzuführen, während die von der Verbindungsstelle ausgehenden Probleme oft längere Überbelastung als Ursache haben.

4) Wo schmerzt es dann?
Es ist meistens die Rede von einem scharfen Schmerz in der Leiste oder den Muskeln an der Innenseite des Oberschenkels. Auch schmerzt es, wenn man auf den Muskel und das Schambein drückt. Der Schmerz kann in den Bauch ausstrahlen.
Wenn man beide Beine gegeneinander andrückt, wird der Schmerz heftiger werden, weil dann der verletzte Muskel arbeiten muss. Oft ist auch eine Schwellung oder ein blauer Fleck sichtbar.

5) Wie ernst ist eine Leistenverletzung?
Das hängt davon ab, um welchen Grad es sich handelt. Auf jeden Fall darf man sie nicht ignorieren und wird man Maßnahmen ergreifen müssen.

6) Wieso Grade?
Bei einer Leistenverletzung ersten Grades handelt es sich um eine Reizung / Zerrung (es ist noch kein Riss wahrnehmbar) und der Kraftverlust ist minimal. Beschwerden hat man am Tag nach der Sportausübung und / oder am Anfang des Aufwärmens. Man ist dann gewarnt und kann Schlimmeres verhindern.
Beim zweiten Grad handelt es sich um einen Muskelriss. Hierbei sind deutlich Fasern gerissen und der Kraftverlust ist massiv. Beim dritten Grad handelt es sich um eine totale Zerreißung. Hierbei ist ein unmittelbares operatives Eingreifen erforderlich. Glücklicherweise kommt diese heftige Form nicht oft vor. Manchmal sieht man eine Einteilung in vier Grade.

7) Kann jeder diese Verletzung erleiden?
Ja, jeder, der im Winter nach draußen geht und infolge der Glätte ins Schlittern kommt, kann sich die Verletzung zuziehen. Das Risiko, dass man in einen ungewollten Spagat geht und das zu verhindern versucht, kann eine ausreichende Überbelastung sein, die zu einer Leistenverletzung führt. In sportlicher Hinsicht gibt es auch viele Kandidaten. Zunächst Turnerinnen beim Einüben des, diesmal beabsichtichten, Spagats. Daneben Tennisspieler, die auf dem Platz von links nach rechts (und zurück) laufen. Die rutschen oft breitbeinig über das Ziegelmehl. Überdies sind Fußballspieler (gute) Kandidaten, weil sie sich oft drehen und stoppen und viel mit der Innenseite des Fußes den Ball spielen (Überbelastung). Wenn obendrein während des Schusses der Fuß blockiert wird, durch einen Gegner oder den Boden, ist das Risiko eines Risses verhältnismäßig groß.
Auch Langstreckenläufer können leicht Überbelastungsbeschwerden an der Verbindungsstelle der Adduktoren bekommen. Die Verbindungsstellen der Adduktoren sind dann gereizt.

8) Gibt es noch bestimmte Risikofaktoren, die eine Rolle spielen können?
Menschen mit kurzen Muskeln, Haltungsabweichungen der Wirbelsäule / des Beckens oder mit unterschiedlichen Beinlängen haben ein höheres Risiko. Auch ein unzureichendes Aufwärmen kann zu Problemen führen.

9) Sind dieses alle persönlichen Faktoren?
Ein sehr wichtiger Faktor ist das Trainings- und Wettkampfniveau des Sportlers. Sobald man mehr von seinem Körper fordert als die körperliche Kondition verkraften kann, geht man ein erhöhtes Risiko ein. Auch Ermüdung und damit verbundener Konzentrationsverlust erhöhen das Risiko unkontrollierter Bewegungen und also auch derartiger Verletzungen. Vor allem für die Entzündung der Sehne am Schambein gilt, dass sich häufig wiederholende Bewegungen die Überbelastung verursachen können.

10) Welche übrigen Faktoren gibt es darüber hinaus?
Oft spielen falsche Schuhe oder ein falscher (zu glatter) Untergrund eine Rolle bei der Entstehung. Danach ist es bei kaltem Wetter wichtig, bei der Aufwärmung eine Trainingshose zu tragen, um die Muskeln höchstmöglich warm zu halten.

11) Wenn ich Beschwerden bekomme, was kann ich dann als erste Hilfe tun?
Als erste Hilfe kann man:
- Kühlen, indem man Eis (Coldpack) auf die schmerzende Stelle legt und dieses zehn bis fünfzehn Minuten liegen lässt. Dies kann man jede Stunde wiederholen. Schützen Sie die Haut und die Genitalien und legen Sie ein dünnes Tuch zwischen das Eis und die Haut. Damit verhindert man Erfrierungen.
- Einen Druckverband anlegen. Durch den äußeren Druck kann man einen Teil der Blutung unter der Haut verhüten. Dies gelingt nur bei einer Verletzung im Muskel.
- Mit Sport aufhören und die Muskeln schonen. Es kann notwendig sein, besonders zu stützen und mit Krücken zu gehen.
- Im Zweifel ist es vernünftig, unmittelbar einen (Sport-)arzt aufzusuchen.

12) Was kann ich danach tun?
Beim ersten Grad kann nach einer oder zwei Wochen wieder vorsichtig belastet werden. Wenn nach zwei Wochen die Beschwerden noch bestehen, gehen Sie dann bestimmt zum Hausarzt oder zu einer Sportarztpraxis. Verletzungen und Entzündungen am Sehnenansatz brauchen oft länger. Mit etwas Pech sind dann schnell sechs bis acht Wochen vergangen. Überschreiten Sie beim Belasten nie die Schmerzgrenze.
Beim zweiten und dritten Grad ist ein Besuch beim Arzt oder Spezialisten wünschenswert.

13) Wie kann ich die Belastung am besten aufbauen?
Als Erstes kann man mit leichten Übungen beginnen, wie sich vorsichtig auf das verletzte Bein zu stützen. Wenn das schmerzfrei möglich ist, ist Radfahren ein guter Anfang, die Durchblutung zu verbessern und die Genesung zu fördern.

14) Meines Erachtens macht meine Kondition keine schnellen Forschritte mit diesem Rat. Gibt es eine bessere Alternative?
Nein. Leider wird man wählen müssen zwischen Verbesserung der Kondition und Genesung. Es ist zwar so, dass man in einem Fitnesszentrum natürlich den Rest seines Körpers trainieren kann, wenn man allerdings dafür sorgt, dass die Adduktoren nicht benutzt werden.

15) Reicht weniger Trainieren aus, um zu genesen?
Um zu genesen, ja. Physiotherapie (Massage) und Sauna können die Genesung möglicherweise beschleunigen. Um eine Wiederholung zu verhindern, wird die zugrunde liegende Ursache behoben werden müssen. Die Muskeln müssen nach der Genesung wieder auf Länge und Kraft gebracht werden.

16) Wie dehne ich die Muskeln?
Am einfachsten geht es, wenn man sich breitbeinig hinstellt, beide Füße platt auf dem Boden und die Zehen gerade nach vorn, und nach einer Seite „überhängt“. Der Rumpf bleibt hierbei gerade. Das Bein, auf dem das Gewicht liegt, kann man dann vorsichtig beugen. Man fühlt dann, dass die Dehnung in den Adduktoren des anderen Beins zunimmt. Wenn man das wenige Male 20 Sekunden wiederholt hat, kann die andere Seite gedehnt werden. Jedenfalls nicht federn und sorgen Sie für einen rauen Untergrund. Denn wenn man weggleitet, werden die Beschwerden bestimmt nicht geringer. Überschreiten Sie beim Dehnen nie die Schmerzgrenze.

17) Sind dies alle Muskeln, die ich dehnen muss?
Nein, bei 16) steht die wichtigste Übung für den langen Adduktor. Es gibt aber auch eine „kurze Version“ des Muskels (m. adductor brevis). Den kann man dehnen, indem man sich auf den Boden setzt und die Fußsohlen gegeneinander stellt. Den Rumpf gerade aufrecht halten und die Knie langsam zum Boden senken. Als zusätzliches Gewicht kann man die Ellbogen auf den Knien ruhen lassen. Auch hierbei wieder nicht federn, wenige Male wiederholen und nicht die Schmerzgrenze überschreiten.

18) Wie kann ich die Muskeln wieder kräftigen?
Das geht ganz bequem. Jede Bewegung, bei der die Knie mit Kraft nach einander zu bewegt werden, ist wirkungsvoll. Sogar im Büro oder in der Klasse kann man, ohne das jemand es merkt, weitertrainieren. Einfach ein Buch zwischen die Knie und drücken. Zu viel Fanatismus bringt zwar wieder ein Überbelastungsrisiko mit sich. Auch Kraftübungen, bei denen ein kräftiges Gummiband, Dynaband oder Fahrradschlauch als Widerstand benutzt werden, sind hervorragend. Im Fitnesszentrum können natürlich auch unterschiedliche Übungen ausgeführt werden.
Wenn man schon dabei ist, kann es sicher nicht schaden, auch die Bauchmuskeln tüchtig arbeiten zu lassen.

19) Kann ich noch ergänzende Maßnahmen ergreifen, wenn ich wieder Sport treibe?
Ja, außer einem guten Aufwärmen und langsamen Anfangen kann es vernünftig sein, die ersten Wettkämpfe oder Trainings vorbeugend tapen zu lassen. Sorgen Sie auch dafür, dass ausreichend schützende Kleidung vorhanden ist, sodass die Muskeln nicht abkühlen.

20) Jetzt weiß ich, wie ich es bekomme und wie ich es wieder loswerde. Kann ich auch verhindern, dass es so weit kommt?
Wärmen Sie vor allem gut auf mit ausreichenden Dehnübungen. Und: Hören Sie auf Ihren Körper, er ist der beste Ratgeber.