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Meniskusverletzungen, Fußballknie
Meniskusverletzungen, Fußballknie

20 Fragen über Meniskusverletzungen

1. Was ist ein Meniskus?
Hierfür kurz ein wenig Anatomie. Das Knie besteht aus drei Knochen. Zuerst der Oberschenkel (os femur) und das Schienbein (os tibia) und auch noch die Kniescheibe (patella). Letztere spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Der Oberschenkel und das Schienbein dürfen nicht voneinander abrutschen, sondern müssen sowohl bei gestrecktem, als auch bei gebogenem Knie gut gegeneinander sitzen bleiben. Hierfür sitzen an beiden Außenseiten des Knies Gelenkbänder (Ligamente) und im Knie Kreuzbänder, die für die Stabilität zur Seite und nach vorn/hinten sorgen. An der Innen- und Außenseite des Knies, zwischen den Berührungsflächen der Knochen, sitzen Knorpelscheiben. Das sind die zwei Menisken.

2. Sind die beiden Menisken gleich verletzlich?
Nein. Die Menisken sind mit dem umliegenden Gewebe verbunden und wandern nicht völlig frei durch die Umgebung. Der Innenmeniskus (medialer Meniskus) sitzt etwas strammer fest und kann dadurch eher eingeklemmt und geschädigt werden. Dies hat aber auf den weiteren Verlauf und die Behandlung keinen Einfluss.

3. Was ist die Aufgabe der Menisken?
Beim Laufen und Springen werden starke Kräfte und Stöße frei. Die Menisken sorgen für Stoßdämpfung im Knie, sodass die Stöße sich weniger stark in Richtung Rücken und Kopf auswirken. Obendrein sorgen sie dafür, dass die Knochen von Unter- und Oberschenkel sich gut und geschmeidig aufeinander fügen.

4. Was kann verkehrt laufen?
Infolge des Alterungsprozesses nimmt die Elastizität der Menisken ab und werden sie spröder. Es kann zum Beispiel auch allmählich ein Riss entstehen infolge schwerer Belastung (Überbelastungsverletzung) des Knies bei Kraft- oder Sprungtraining. Durch das Verdrehen des Knies (Fußballknie) kann auch plötzlich ein Riss entstehen oder es können Teile abbrechen.

5. Was spürt man dann?
Die möglichen Symptome sind:
-Unbeweglichkeit des Knies. Es ist dann „verschlossen“ und kann nicht mehr gestreckt werden. Dies ist sehr schmerzhaft.
-Das Knie fühlt sich instabil an und man kann in die Knie sacken.
-Schmerz beim Drücken auf die Gelenkspalte.
-Örtlich beschränkte Schwellung an der Außenseite der Gelenkspalte. Diese nennt man Meniskus-Zyste.
-Bildung von Flüssigkeit im Knie während oder nach der Sportausübung. Beugen wird dadurch erschwert und schmerzhaft. Der
Körper bildet eine Art Korsett als Schutz.
-Schließlich können die Oberschenkelmuskeln an Kraft verlieren und dünner werden.

6. Was muss man tun, wenn man Beschwerden hat?
Zuerst immer kühlen mit Coldpack oder Eis und das Knie schonen. Bei einer akuten Verletzung oder regelmäßigen Beschwerden muss man den Hausarzt, eine Sportarztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen.

7. Was kann man da dann tun?
Im Krankenhaus kann man durch Röntgenuntersuchung, MR-Scan (magnetische Resonanz) oder eine Arthroskopie (Untersuchung des
Gelenkinneren mit Hilfe einer Sonde) in das Knie schauen und den Schaden beurteilen.

8. Wie verläuft eine Arthroskopie?
Zunächst gibt man eine Vollnarkose oder örtliche Betäubung. Dann wird, über einen kleinen Schnitt mit einer Röhre in das Knie geschaut. Die Röhre (Arthroskop) enthält lichtleitende Fasern und Linsen. Das Ganze ist über eine Kamera an einen Bildschirm angeschlossen, sodass man ein deutliches Bild erhalten kann.

9. Deutliches Bild? Es befindet sich doch Flüssigkeit und Blut im Knie?
Allerdings ist dort Flüssigkeit und es kann, abhängig von der Verletzung, auch Blut im Knie sein. Darum kann man, falls nötig, über einen zweiten kleinen Schnitt, das Knie mit klarer Flüssigkeit füllen end spülen. Man kann sogar, durch Abbinden des Oberschenkels, für kurze Zeit das ganze Knie blutfrei halten.

10. Okay, man hat geschaut und weiß, was los ist. Was dann?
Manchmal kann man unmittelbar kleine Instrumente einführen, um Wunden zu nähen oder Fransen wegzuschleifen und zu entfernen. Zuweilen wird man später nochmals mittels einer Arthroskopie operieren oder eine „richtige“ Operation vornehmen müssen, bei der das Gelenk geöffnet werden muss.

11. Muss ich für eine Arthroskopie im Krankenhaus aufgenommen werden?
Das hängt von den Umständen ab. Eine Arthroskopie kann sowohl ambulant als auch als Tagesbehandlung mit kurzer Aufnahme ausgeführt werden.

12. Ich habe schon mal gehört, dass der Meniskus ganz entfernt worden ist.
Das kann, wenn der Schaden groß ist, notwendig sein. Man versucht das jedoch zu verhindern, weil wir die Stoßdämpfung des Meniskus nicht gut entbehren können.

13. Ist eine Arthroskopie gefährlich?
Jede Operation beinhaltet ein Risiko für Komplikationen, zum Beispiel Infektionen. Auch Reizung der Gelenkschleimhaut kommt vor. Hierdurch kann das Knie wochenlang dick bleiben. Weil in die Haut geschnitten wird, können auch Hautnerven beschädigt werden, wodurch gefühllose Hautstellen entstehen können. Im Allgemeinen sind die Risiken aber nicht so groß und die Beschwerden verschwinden im Laufe der Zeit.

14. Kann man danach sofort wieder Sport treiben?
Oft darf das Knie für eine kurze Zeit nicht belastet werden und wird man Krücken benötigen. Nach der Arthroskopie wird der Arzt ergänzende Anweisungen geben und oft auch für Übungen an einen Physiotherapeuten verweisen.

15. An was für Übungen muss ich dann denken?
Meistens werden Übungen gebraucht zur Kräftigung der Oberschenkelmuskeln sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite. Jede Übung, bei der man die Beinmuskeln anspannt, ist eigentlich geeignet. Man wird aber dafür sorgen müssen, dass das Knie selbst nicht bewegt wird (nicht beugen oder strecken). Zum Beispiel: Normal auf einem Stuhl zu sitzen und das – mit einem Sandsack beschwerte – Bein zu heben, ist effektiv. Bestimmt, wenn man dies wenige Male pro Tag in drei Folgen mit 15 Wiederholungen ausführt. Nach kurzer Zeit können auch andersartige Übungen wie Aquajogging und Radfahren in das Programm aufgenommen werden. Gute Betreuung ist notwendig.

16. Wann darf ich wieder langstreckenlaufen?
Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass man wieder laufen darf, wenn das Knie nicht mehr dick und die Muskelkraft wieder auf dem alten Niveau ist. Wenn das Knie wieder dick wird, hat man zu früh angefangen und muss man wieder eine Weile Geduld haben. Auch hierbei werden der Arzt oder Physiotherapeut Rat geben.

17. Kann ich auch etwas tun, um Meniskusverletzungen vorzubeugen?
Ja, neben den normalen Vorbeugungsmaßnahmen wie Aufwärmung, Entspannung und Abkühlung der Muskulatur, richtiger Trainingsaufbau und richtige Technik können muskelkräftigende Übungen der Vorderseite des Oberschenkels nützlich sein. Diese führt man aus, indem man sich auf ein Bein stellt, langsam das Knie beugt und wieder streckt. Nach 15 Malen ist dann das andere Bein an der Reihe. Auch die Stoßdämpfung der Schuhe und des Untergrunds und das Körpergewicht (doch abnehmen?) haben großen Einfluss auf die Menisken. Je schwächer die Stöße, umso weniger Stoßdämpfung müssen sie liefern. Ein ebener Untergrund verringert das Risiko des Verdrehens des Knies. Vorbeugen muss man, aber ausschließen kann man nichts.

18. Sport bleibt eine riskante Beschäftigung.
Keinen Sport zu treiben, ist viel schlechter. Überdies muss man bedenken, dass nicht jedes Verdrehen des Knies gleich ein Meniskusproblem nach sich zieht. In fast 90% der Fälle handelt es sich um eine „Verstauchung“ des Knies. Die Beschwerden, die dazu gehören, verschwinden von selbst innerhalb weniger Wochen oder Monate.

19. Gibt es noch etwas Positives zu berichten?
Ja. Früher ging man davon aus, dass die Menisken gar nicht durchblutet seien und dass kein selbstständiger Wiederaufbau möglich sei. Inzwischen weiß man, dass ein Teil des Meniskus sehr wohl etwas durchblutet ist und eine begrenzte Genesung möglich erscheint.

20. Gibt es noch einen letzten Rat?
Ja. Hören sie auf ihren Körper, er ist der beste Ratgeber.