Die Pyramidenbahn und überträgt nervale Impulse vom ersten Motoneuron im Gehirn bis zum zweiten Motoneuron im Rückenmark. Sie ist Teil des pyramidalen Systems das zusammen mit dem extrapyramidalen System alle willkürlichen und einen Teil der unwillkürlich ablaufenden Bewegungen (Motorik) steuert.

Anatomie

Der Ursprung liegt in der Primär-motorischen Rinde (Gyrus praecentralis). Dort sind die Zellkörper der zentralen Motoneurone (Pyramidenzellen) lokalisiert. Deren efferenten Nervenfasern laufen von der Großhirnrinde über die Capsula interna, den Hirnstamm und - im Falle des Tractus cortico-spinalis - über die weiße Substanz des Rückenmarks zum Interneuron oder direkt zum unteren Motoneuron (LMN) im Vorderhorn.


Die Pyramidenbahnen bündeln sich in der Stabkranzfaserung (thalamocorticale Fasern) und in der Capsula interna und treten dann in die beidseits basal am Mittelhirn sichtbaren Hirnschenkel ein. Sie spalten sich in der Pons (Brücke) in differenzierbare Bündel auf, die von querverlaufenden Brückenfasern getrennt werden. Die medialen und lateralen Zonen der Hirnschenkel werden von den Bahnanteilen eingenommen, die an den Brückenkernen enden.

Tractus cortico-nuclearis

Die Fasern des Tractus corticonuclearis kreuzen nicht überwiegend auf die Gegenseite, sondern erreichen die Kerngebiete der Hirnnerven V, VII, IX und XII. Diese steuern die Muskeln des Gesichts und des Halses und sind an der Mimik, dem Kauen, Schlucken und anderen motorischen Funktionen beteiligt.

Tractus cortico-spinalis

Die meisten Fasern des Tractus corticospinalis kreuzen sich in der Medulla oblongata, was dazu führt, dass die Muskeln von der gegenüberliegenden Seite des Gehirns gesteuert werden. Nach der Kreuzung bezeichnet man die Pyramidenbahn als Tractus corticospinalis lateralis, der kleinere ungekreuzte Anteil wird Tractus corticospinalis anterior genannt. Es handelt sich um die längste Nervenbahn des Körpers (> 1 Meter).

Krankheiten

Eine Schädigung der Fasern der corticospinalen Bahnen, irgendwo entlang ihres Verlaufs von der Großhirnrinde bis zum unteren Ende des Rückenmarks, kann eine Beeinträchtigung verursachen.

  • Wenige Tage nach der Verletzung der oberen Motoneuronen tritt ein Muster motorischer Anzeichen und Symptome auf, einschließlich Spastik, hyperaktive Reflexe, ein Verlust der Fähigkeit, feine Bewegungen auszuführen, und eine Strecker-Pflanzen-Reaktion, die als Babinski-Zeichen bekannt ist.
  • Ursachen können Erkrankungen wie Schlaganfall, Zerebralparese, Subduralblutung, Abszesse und Tumore, neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Systematrophie, Entzündungen wie Meningitis und Multiple Sklerose sowie Traumata des Rückenmarks, auch durch Bandscheibenvorfälle, sein.
  • Wenn der cortico-nuclearis Trakt nur auf einer Seite geschädigt ist, ist nur das untere Gesicht betroffen, wenn jedoch sowohl der linke als auch der rechte Trakt betroffen sind, kommt es zu einer Pseudo-Bulbärparese. Dies führt zu Problemen beim Schlucken, Sprechen und emotionaler Labilität.
  • Unwillkürliche Bewegungen wie Ballismus oder Chorea können den Patienten erschöpfen und zu einer lebensbedrohlichen Situation werden.
    In der Vergangenheit wurde dieser Zustand durch eine teilweise Durchtrennung der Pyramidenbahn entweder am primären motorischen Kortex oder am Cruz cerebri (Pedunculotomie) behandelt.

 

Siehe auch: Stützmotorik

 

Schmerzen & Verletzungen