Home
Massage
Praxis
Themen
Disclaimer

 

Partner von www.blessure-aanwijzer.nl

Kühlen
20 Fragen zum Thema Kühlen.

1) Was ist Kühlen?
Kühlen ist ein Sammelbegriff für eine Anzahl Ratschläge zur Ersten Hilfe, die gelten, wenn Verletzungen auftreten. Es gibt ziemlich viele Bezeichnungen für das, was man in der Praxis gewöhnlich „Kühlen“ nennt. Benennungen sind unter anderem:
-Kältetherapie
-Cryotherapie (Kryios ist griechisch für Eis)
-ICE ist eine Englische Abkürzung die für Ice (Eis), Compression (Druck) und Elevation (Hoch legen) steht.

2) Bei welchen Verletzungen ist Kühlen vernünftig?
Kühlen kann man bei jeder Verstauchung, Quetschung oder jedem Riss. Eigentlich kann man bei jeder Verletzung kühlen. Nur wenn Blut erkennbar ist, oder bei einem Knochenbruch muss man das Kühlen unterlassen. Beim Kühlen in der Nähe der Augen oder der Geschlechtsteile muss man besonders vorsichtig sein.

3) Sie nennen hier allein akute Verletzungen, stimmt das?
Ja, aber kühlen kann man auch bei -beginnenden- Verletzungen durch Überbelastung. Auch dann kann Kühlen die Entzündungsreaktion und die Schmerzen begrenzen. Das Risiko ist nur, dass man dadurch denkt, dass das Problem weg ist und man tüchtig weiter trainiert. Bei Überbelastung muss man immer den Umfang des Trainings reduzieren. Kühlen kann dann schon als Unterstützung nach jedem leichten Training und in der Besserungsphase angewendet werden.

4) Was ist das Ziel des Kühlens?
Kühlen ist das beste Mittel, um Schwellungen, die als Folge von Flüssigkeits- und innerem Blutverlust auftreten, so schnell wie möglich zu unterdrücken. Das Hauptziel dabei ist, der unvermeidlichen Entzündungsreaktion schnell zu begegnen. Durch das Kühlen schrumpfen die Blutgefäße (Vasokonstriktion) und wird verhindert, dass noch mehr Blut dahin fließt, wohin es nicht gehört.

5) Was erreicht man damit?
Durch das Begrenzen der oben genannten Reaktion des Körpers kann viel Genesungszeit gewonnen werden. Eine Schwellung, die sich nicht ausbreitet, muss der Körper schließlich auch nicht abbauen. Obendrein hat das Kühlen die angenehme Wirkung, dass der Schmerz nachlässt.

6) Wie kann man am besten kühlen?
Kühlen geht am bequemsten mit einem Coldpack.

7) Einem Was?
Einem Coldpack. Das ist ein Kunststoffbeutel mit einem Gel darin. Den Beutel kann man in den Tiefkühlschrank legen damit er kalt wird.

8) Und wenn es erforderlich ist, kann man ihn, direkt aus dem Tiefkühlschrank, auf die schmerzende Stelle legen?
Auf keinen Fall. Wenn man ein Coldpack direkt auf die Haut legt, werden Erfrierungserscheinungen auftreten. Auf der Haut werden sich Blasen bilden und der Schaden wird nur größer. Wenn man ein Coldpack verwendet, muss man immer ein dünnes Tuch zwischen das Coldpack und die Haut legen. Am einfachsten geht es mit einem dünnen Waschlappen. Oft wird, wenn man ein Coldpack kauft, ein Überzug mitgeliefert.

9) Gibt es nur eine Sorte Coldpacks?
Nein. Es gibt auch kombinierte Cold - Hotpacks. Dies ist ein Beutel, den man sowohl im Tiefkühlschrank abkühlen als auch in heißem Wasser oder der Mikrowelle erwärmen kann. Man kann ihn warm verwenden, wenn die Muskeln kalt geworden sind. Auch sind die Beutel in verschiedenen Größen erhältlich. Es gibt sogar Beutel, bei denen man die Kühlung durch eine chemische Reaktion zustande bringen kann.

10) Das hört sich sehr einfach an, aber was, wenn man keinen Tiefkühlschrank in er Nähe hat?
Es ist immer möglich, bei der Vorbereitung ein Coldpack in eine Isoliertasche zu packen und zum Training oder Wettstreit mitzunehmen.

11) Soll ich jedes mal von vornherein so etwas mitschleppen? Ich will doch den Spaß am Sport nicht verlieren.
Im günstigen Fall ist in jedem Klubhaus ein Coldpack greifbar. Wenn man im Freien Sport treibt, wird man meistens kein Coldpack zur Hand haben. Dann muss man auf die Alternativen zurückgreifen.

12) Was sind die Alternativen?
Das Einfachste sind normale Eiswürfel aus der Kantine. Die tut man in einen Plastikbeutel und zersplittert sie ein bisschen. Man hat dann ein Coldpack selbst hergestellt. Bei kleinen Verletzungen kann man die Eisstückchen auch in einen Plastikbecher tun. Durch Runddrehen über der schmerzhaften Stelle kühlt man ganz beträchtlich. Auch ein langsam strömender Strahl aus dem Kaltwasserhahn (oder ein Wasserlauf) kann sehr gut als Kühlung dienen. Den kalten Strahl kann man am besten etwas oberhalb der Verletzung auf die Haut treffen lassen. Wenn dies alles nicht in erreichbarer Nähe ist, kann man zur Not mit einem einfachen Sahneeis kühlen. Am besten geht das mit einem Hörnchen. Dann behält man selbst wenigstens saubere Hände. Man muss aber besonders auf allerlei stechende Insekten wie Wespen bedacht sein.

13) Ich habe auch schon mal von diesen Sprühdosen zum Kühlen gehör.
Der Gebrauch von Sprühdosen mit Chlor-Äthylsprays scheint eine einfache Lösung zu sein, aber überlassen Sie das bitte den Sachkundigen. Die Erfrierungsgefahr ist hierbei sehr groß.

14) Wann muss man kühlen?
Am besten unmittelbar nach Entstehen der Verletzung.

15) Wie lange muss man kühlen?
Höchstens 15 bis 20 Minuten. Wenn man länger kühlt, versucht der Körper, die Kälte zu kompensieren, indem er vermehrt Blut zu der Stelle leitet. Und das ist etwas, das wir gerade zu verhindern versuchen.

16) Also einmal kühlen und fertig ist der Lack?
Nein, einmal ist nicht genug. Das Kühlen kann man im Prinzip in den ersten 48 Stunden jede Stunde wiederholen. Nur mit dem Schlafen ist das ganz schön lästig. Länger ist sinnlos. In den ersten Stunden ist die Wirksamkeit am größten. Also vier bis fünfmal zu wiederholen ist sehr nützlich gegen die Schwellung, danach vor allem als Schmerzlinderung.

17) Was ist eigentlich gemeint mit „Druck“ und „Hochlegen“?
Mit „Druck“ gibt man an, dass man durch äußerlichen Druck, zum Beispiel einen Druckverband, auch die Schwellung bekämpfen kann. Auch das „Hochlegen“ eines Beines auf einen Stuhl oder des Armes in ein Dreieckstuch kann die Genesungszeit dadurch verkürzen, dass - infolge der Schwerkraft - weniger Blut nach der schmerzenden Stelle strömt. Auch dadurch wird die Schwellung kleiner sein. Das richtige Kühlen ist aber das Wichtigste.

18) Wenn man sich seinen Fußknöchel verstaucht, muss man dann seinen Schuh zum Kühlen ausziehen?
Das hängt davon ab, wie sparsam man mit seinen Schuhen ist und wie hoch er den Knöchel umschließt. Im Prinzip ist der Schuh ein guter „Druckverband“. Und bestimmt, wenn man ein Stück „laufen“ muss, kann man den Schuh besser anbehalten. Ist der Schuh einmal ausgezogen, dann bekommt man ihn oft nicht wieder an, weil der Knöchel zu dick ist. Die Verbindung Coldpack und Schuh ist nicht möglich. Allein mit kaltem (Graben) Wasser ist Kühlen dann möglich.

19) Ist Kühlen eigentlich nur nützlich bei Sportverletzungen?
Nein, ich finde, dass in jedem Haushalt ein Coldpack im Tiefkühlschrank liegen muss. Jeder stößt sich mal am Kopf, an den Armen oder den Schienbeinen. Bei jedem blauen Fleck kann man durch unmittelbares Kühlen den Umfang beschränken und den Schmerz lindern.

20) Wenn man gut kühlt, kann man dann sofort auch wieder etwas trainieren?

Wenn Verletzungen entstanden sind, muss man herausfinden, welches Ersatztraining möglich ist, ohne die Verletzung zu verschlimmern. Dies ist sehr wichtig, um so wenig Kondition zu verlieren wie möglich. Erst wenn beim oder nach dem Training
gar keine Schmerzen mehr auftreten, wenn die Kraft wieder voll zurück ist und wenn die Beweglichkeit (Gelenkigkeit) wieder die Gleiche ist wie bei der anderen Gliedmaße, kann man sagen, dass man wieder bereit ist, richtig mit dem Training zu
beginnen. Die Wettkampfform kann dann noch Wochen oder Monate auf sich warten lassen. Es ist wichtig, bei ernsten Verstauchungen und anderen ernsten Verletzungen sachkundige Hilfe einzusetzen. Ein Arzt oder Physiotherapeut kann einem genau
sagen, was man tun darf und was nicht.